Leiter des deutschen Vertretungsbüros besucht innovative mobile Polizeiwache in Qaffin

Vor der mobilen Wache in Tulkarem Bild vergrößern Vor der mobilen Wache in Tulkarem (© Lars Döbert, GIZ)

Der Leiter des deutschen Vertretungsbüros, Peter Beerwerth, besuchte die in einem B-Gebiet gelegene Ortschaft Qaffin im nördlichen Distrikt Tulkarem. Anlass für den Besuch war die Besichtigung einer mobilen Polizeiwache der Palästinensischen Zivilpolizei (PCP), die Teil des deutschen Polizeiprogrammes in den Palästinensischen Gebieten ist. Ziel der mobilen Wache ist es, die polizeiliche Präsenz in ländlichen und entlegenen Ortschaften wirksam zu verbessern.

Der aktuelle Schwerpunkt der deutschen Unterstützung liegt in der Verbesserung der Bürgerorientierung der palästinensischen Polizei, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, insbesondere in bislang unterversorgten ländlichen Gemeinden, nachhaltig zu stärken. Dazu läuft seit November 2016 im Distrikt Tulkarem das Pilotprojekt einer mobilen Polizeiwache, die nach einem abgestimmten Fahrplan Dörfer besucht, die bislang keine eigene regelmäßige palästinensische Polizeipräsenz haben.

Veranstaltung zur Einweihung der mobilen Wache in Qaffin, Distrikt Tulkarem  Bild vergrößern Veranstaltung zur Einweihung der mobilen Wache in Qaffin, Distrikt Tulkarem (© Lars Döbert, GIZ) Die deutsche Delegation wurde in Qaffin vom Bürgermeister, Mahmoud Amarneh, dem stellvertretenden Polizeichef für die nördlichen Distrikte, Brigadegeneral Ramadan Awad, weiteren hochrangigen Polizeivertretern sowie über 150 Bürgerinnen und Bürgern, Vereins- und Schulvertretern empfangen.

In seinem Grußwort unterstrich Beerwerth den unmittelbaren Nutzen der von Deutschland geförderten Maßnahme: „Die mobile Polizeiwache erlaubt es der palästinensischen Polizei auch in entlegenen und kleineren Ortschaften ohne Polizeistation präsent zu sein. Die Reaktionen in Qaffin am heutigen Tag zeigen, dass die Bevölkerung das Konzept annimmt.“

Der Bürgermeister dankte der palästinensischen Polizei für die Entsendung der mobilen Wache und betonte die Bedeutung polizeilicher Dienstleistungen für die Bürger. „Eine regelmäßigere Präsenz der Polizei in Qaffin“, so Amarneh, „verbessert das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung und stärkt das öffentliche Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Polizei.

Außenaufnahme der mobilen Wache Bild vergrößern Außenaufnahme der mobilen Wache (© Lars Döbert, GIZ)

Die Leiterin des GIZ-Programmes für die Stärkung der Polizeistrukturen in den Palästinensischen Gebieten, Marion Höltken, verwies auf die Zielsetzung des Vorhabens: „Eine nachhaltige Verbesserung der öffentlichen Sicherheit lässt sich nur über die Verbesserung der Beziehungen zwischen der Polizei und der Bevölkerung erreichen.“


Zusätzliche Hintergrundinformationen:

Seit 2010 unterstützt die Bundesregierung die palästinensische Polizei bei ihrer Reform zur Verbesserung der polizeilichen Kompetenzen und der Entwicklung bürgernaher Strukturen. Im Rahmen des Polizeiprogramms wurden in den Anfangsjahren vier Gemeindepolizeiwachen im Distrikt Jenin errichtet. Dieses Standarddesign wurde von verschiedenen internationalen Gebern (u.a. EU, USA, Niederlande) übernommen, so dass zusätzlich 14 Stationen gebaut werden konnten. Darüberhinaus wurde an der Entwicklung eines Organisationsmodells für die Gemeindepolizeiwachen sowie an einem einheitlichen Ausbildungscurriculum gearbeitet. Beides soll zukünftig als Standard für den bürgernahen Ansatz der Polizeiarbeit im gesamten Westjordanland genutzt werden.

Das Programm wird durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und durch das Auswärtige Amt finanziert.

© Beitrag erstellt mit Material der GIZ